Deponiebetrieb
Am Standort Heßheim betreibt die Süd-Müll GmbH & Co. KG eine private Deponie der Klasse II.
Deponie Heßheim
Unsere Deponie in Heßheim erlaubt die umweltgerechte Beseitigung von Abfällen. Mit einer Gesamtfläche von 22,4 ha ist sie ein bedeutendes Zentrum zur Ablagerung von gefährlichen und nicht gefährlichen Abfällen in Rheinland-Pfalz.
Die Anlage verfügt über eine Basisabdichtung in Form einer naturgegebenen Lößschicht. Eine Dichtwand um den gesamten Deponiekörper existiert seit 1988.
Zudem verfügt die Anlage über eine horizontal /vertikal-kombinierte aktive Entgasung,
Insgesamt 49 Gasbrunnen fördern derzeit eine Gasmenge von 600 m³ pro Stunde. 80% dieser Gasmenge werden in einem Heizkraftwerk verwertet, das eine installierte Leistung von 350 kW erbringt.
Deponieerweiterung
Die Süd-Müll GmbH & Co. KG plant die Erweiterung der bestehenden Deponie in Heßheim.
Damit wollen wir auch zukünftig einen dauerhaften Beitrag zu einer gesicherten Abfallentsorgung in der Metropolregion Rhein-Neckar leisten.
Weitere Informationen dazu finden Sie in Kürze unter:
www.deponieerweiterung-hessheim.de
Blockheizkraftwerk
Auf der Deponie in Heßheim, die von der Süd-Müll GmbH & Co. KG betrieben wird, entsteht durch den natürlichen Abbau organischer Abfälle sogenanntes Deponiegas. Dieses Gas besteht zu etwa der Hälfte aus Methan, einem energiereichen, aber sehr klimaschädlichen Gas. Damit es nicht unkontrolliert in die Atmosphäre gelangt, wird es auf der Deponie über zahlreiche Gasbrunnen abgesaugt und gesammelt. Anschließend wird es in das Blockheizkraftwerk geleitet und dort effizient genutzt.
REPORTAGE | Ein Blockheizkraftwerk, kurz BHKW, ist ein kompaktes Kraftwerk, das nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung arbeitet. Das bedeutet, es erzeugt gleichzeitig Strom und Wärme. Im Inneren des BHKWs befindet sich ein Gasmotor, der mit dem Deponiegas betrieben wird. Wenn das Gas verbrannt wird, treibt es den Motor an, der wiederum einen Generator in Bewegung setzt. Dadurch entsteht elektrischer Strom, der teilweise für den Betrieb der Deponie genutzt und zum größten Teil in das öffentliche Stromnetz der Pfalzwerke AG eingespart wird.
Neben der Stromerzeugung fällt auch Wärme an, zum Beispiel durch Abgase und die Motorkühlung. Diese Wärme wird im BHKW nicht verschwendet, sondern intern genutzt etwa, um das Gas vorzuwärmen, Leitungen frostfrei zu halten oder technische Anlagen zu temperieren. So wird die Energie doppelt verwendet und der Wirkungsgrad der Anlage steigt deutlich an.
Die Energiequelle des Heßheimer BHKWs ist das Deponiegas, das durch biologische Prozesse im Müllkörper entsteht. Es enthält etwa 50 bis 60 Prozent Methan, 40 bis 50 Prozent Kohlenstoffdioxid und kleine Mengen anderer Stoffe wie Schwefelverbindungen. Das Methan der eigentliche Energieträger ist. Indem man es verbrennt, wird es CO2 umgewandelt das ist zwar auch ein Treibhausgas, aber im Vergleich zu Methan 25-mal weniger klimaschädlich. Dadurch leistet das BHKW einen großen Beitrag zum Klimaschutz.
Damit die Anlage zuverlässig funktioniert, muss sie regelmäßig gewartet werden. Kleine Wartungen finden etwa alle 1.000 bis 2.000 Betriebsstunden statt, dabei werden Öl, Filter und Zündkerzen gewechselt. Größere Wartungen erfolgen bei 10.000 bis 15.000 Stunden, um etwa alle 40.000 bis 60.000 Stunden steht eine Generalüberholung an. Da das BHKW fast das ganze Jahr über in Betrieb ist, findet jährlich mehrere kleinere Wartungen statt.
Das aktuelle Blockheizkraftwerk in Heßheim läuft seit 2008 beziehungsweise 2010 und hat damit bereits mehr als 15 Jahre Betriebszeit hinter sich. Das entspricht ungefähr der durchschnittliche Lebensdauer solcher Anlagen. Die Technik funktioniert noch, arbeitet aber nicht mehr so effizient wie früher, da die Motoren verschleißen und die Gasproduktion oder Deponie langsam abnimmt.
Im Vergleich zu einem herkömmlichen Heizsystem spart das BHKW rund 30 bis 40 Prozent Primärenergie¹, weil es Strom und Wärme gleichzeitig erzeugt. Außerdem ersetzt es fossile Brennstoffe wie Erdgas oder Heizöl. Dadurch werden jährlich mehrere Hunderttausend Kilowattstunden Energie eingespart. Noch wichtiger ist jedoch der Umwelteffekt, jedes Jahr vermeidet die Anlage den Ausstoß von rund 1.000 bis 1.200 Tonnen CO2, weil der erzeugte Strom nicht aus Kohle oder Gas stammen muss. Da zusätzlich das Methan aus dem Deponiegas kontrolliert verbrannt wird, werden sogar mehrere Tausend Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr eingespart.
Die Anlage ist also sehr umweltfreundlich, weil sie Energie aus dem Stoff gewinnt, der sonst ungenutzt entweichen und das Klima belasten würde. Die kontrollierte Verbrennung im Motor sorgt außerdem dafür, dass kaum Schadstoffe freigesetzt werden. Moderne Sensoren und Steuerungen überwachen den Betreib ständig und sorgen dafür, dass die Abgaswerte eingehalten werden.
Da das bisherige System nach vielen Jahren Betrieb an seine Grenzen kommt, wird die Süd-Müll GmbH & Co. KG im Jahr 2025 ein neues Blockheizkraftwerk installieren lassen. Das neue Modell wird kompakter, effizienter und sauberer sein. Es enthält einen leistungsstarken Motor mit rund 350 Kilowatt elektrischer Leistung und eine moderne Gasreinigungsanlage mit Aktivkohlefiltern, die Schwefelverbindungen und Siloxane aus dem Gas entfernen. Außerdem wird eine zusätzliche Schwachgasbehandlungsanlage eingebaut, die auch mit sehr niedrigen Metangehalten arbeiten kann ganz ohne zusätzliche Brennstoffe. Damit ist sichergestellt, dass auch in Zukunft das gesamte Deponiegas energetisch genutzt werden kann, selbst wenn die Gasproduktion weiter abnimmt.
Das neue BHKW wird in einem Container untergebracht und benötigt nur eine stabile Aufstellfläche, eine gute Belüftung und Anschluss an die vorhandene Gas- und Stromleitung. Die gesamte Anlage ist für eine Lebensdauer von mindestens 20 Jahren ausgelegt. Mit regelmäßiger Wartung also bis etwa 2045 zuverlässig betrieben werden.
Insgesamt zeigt die Süd-Müll GmbH & Co. KG als Betreiber der Deponie in Heßheim, wie sich aus einer ehemaligen Mülldeponie ein moderner Energie- und Umweltstandort entwickeln kann. Das Blockheizkraftwerk ist dabei das Herzstück. Es verwandelt Abfallgas in sauberen Strom, nutzt Wärme sinnvoll und hilft, das Klima zu schützen. Mit der neuen Technik wird Heßheim auch in den kommenden Jahrzehnten ein Beispiel dafür bleiben, wie Kreislaufwirtschaft und Energieeffizient erfolgreich miteinander verbunden werden können.
[1] Rohenergie
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